Fleisch, Hauptspeisen

Kreatopita – griechische Fleischpastete

Kreatopita, die Fleischpastete mit getrockneten Pflaumen, gehört zu den bekanntesten Gerichten Kefallonias. Nahezu jede Dame des Hauses hat ihr eigenes Rezept und dieses ist von Siora Patsi überliefert.

Zutaten

500 g Schweinefleisch
(zum Beispiel aus der Schulter)
500 g Lamm
(zum Beispiel Nacken)
150 g Feta
80 g Parmesan, gerieben
1 Zwiebel,
fein gehackt
120 g Langkornreis
200 ml Hühnerbrühe
5 EL Olivenöl
2-3 EL Zitronensaft
3 Eier
3 Knoblauchzehen,
fein gehackt
8-10 getrocknete Pflaumen,
jeweils in 5-6 Teile geschnitten
100 g Tomatenpassata
1 EL Dill, fein gehackt
1 EL Minze, fein gehackt
1 EL Petersilie, fein gehackt
1/4 TL Zimt
Salz & Pfeffer

Siora Patsi ist Nonna, die griechische Großmutter meines Gatten. Sie war die letzte ständige Bewohnerin von Monambelles, bevor es zu dem gemütlichen Ferienhaus umgebaut wurde, dass es heute ist. Kein Wunder, dass ihre Rezepte für meinen Lieblingsgriechen mit ganz besonderes Erinnerungen behaftet sind.

So war er auch so frei, sich zu seinem Geburtstag ein Gericht zu wünschen, dass nur er wirklich mag. Diesen Gefallen tue ich ihm natürlich gern! Außerdem lässt sich die Pastete so schön mit Geburtstagskerzen schmücken.

Das Wort Kreatopita setzt sich aus dem griechischen Worten für Fleisch (kreas/κρεαs) und Pastete (pita/πιτα) zusammen. Die Fleischpastete kann sowohl warm als auch kalt gegessen werden. Gerade im Sommer werden viele Speisen in Griechenland lauwarm serviert, was nichts mit der Qualität des Restaurants zu tun hat, sondern lediglich mit der Esskultur.

Idealerweise ist die Kreatopita innen saftig, weder matschig noch zu trocken. Klingt leichter herzustellen, als es ist! Glücklicherweise hat Cousine Jan das Rezept in ihrem Kochbuch The Siora´s Cookbook gewissenhaft aufgeschrieben.

Als Teig habe ich mich ebenso für ein Rezept aus ihrem Buch entschieden und den Pastetenteig mit Ouzo von Siora Angelika gebacken (Anleitung folgt). Natürlich kann auch ein anderer Pastetenteig verwendet werden.

In Jans Rezept soll das Fleisch ganz mit Brühe bedeckt werden. Das habe ich nicht gemacht, da es mir zuviel Flüssigkeit gewesen wäre. Das Rezept kann ich nur geübten und selbstsicheren Köchen empfehlen: wieviel Brühe nun genommen wird, wie dick der Teig ausgerollt werden muss (bei mir wurde er zu dick, das machte die gesamte Kreatopita sehr mächtig) und wie lange die Pastete schließlich im Ofen bleiben muss. Denn saftig und gar gekocht sollte sie aus dem Ofen kommen.

Dafür empfielt Jan, die Ofentemperatur mit einem Thermometer zu kontrollieren. Darauf verzichtete ich und vertraute meinem Ofen. Wer ebenso seinen Kochkünsten und seinen Küchengeräten vertraut, wird mit einem typischen griechischen Gericht belohnt, dass auch am nächsten Tag noch gut schmeckt.

Zubereitung

Das Rezept ist für eine 2 Liter Form, bei einer Randhöhe von 5 cm.

Ofen auf 180 Grad vorheizen (Umluft 160 Grad).

Teig vorbereiten. Feta mit der Gabel oder mit den Händen zerbröseln.

In einer tiefen Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Zwiebel langsam weich dünsten. Aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.

Die Fleischstücke von allen Seiten scharf anbraten. Die gedünstete Zwiebel zurück in die Pfanne geben und mit Brühe angießen. Salzen, pfeffern und mit Deckel 1 Stunde bei milder Hitze köcheln lassen.

Das Fleisch aus der Brühe heben (diese aufheben) und abkühlen lassen. In 1,5 cm große Würfel schneiden.

Die Backform ausfetten und mit 2/3 des Teiges auslegen.

Nun alle restlichen Zutaten, mit Ausnahme der Brühe, mischen, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und gleichmäßig in der Form verteilen. Dabei nicht festdrücken.

Die Pastenenfüllung mit ca. 150 ml Brühe aufgießen. Die Füllung sollte knapp mit Brühe gefüllt sein, aber nicht mehr. Beim Aufgießen die Füllung etwas mit einer Gabel auflockern, damit sie genug Brühe aufnehmen kann. Wenn nötig, kann anstatt der Brühe Weißwein oder Wasser verwendet werden.

Aus dem restlichen Teig einen Deckel formen. Diesen über die Pastete legen und schließen. Ungefähr 1 Stunde backen, bis die Kreatopita goldbraun ist.

10 Kommentare zu “Kreatopita – griechische Fleischpastete”

  1. Erich sagt:

    Das sieht wirklich schmackhaft aus, bildlich und wegen der Zutaten. Deine Bedenken schlage ich in den Wind. Ob ich einen herkömmlichen Pastetenteig nehme oder den richtigen, weiss ich noch nicht. Da ich von Dir ja das Kochbuch bekommen, also gewonnen habe, nicht dass Leser neidisch werden, könnte ich auch für den richtigen gleich loslegen.

  2. Susa sagt:

    @Erich In dem Buch sind auch einige andere Teigrezepte, unter anderem zwei von Siora Danae. Ich habe sie selbst noch nicht ausprobiert, aber Danae (Jan´s Schweigermutter) ist eine großartige Köchin und eine der charmantesten und humorvollsten Personen, die ich kenne. Da kann doch mit dem Teig nichts schief gehen, oder? :-)

  3. [...] viele Rezepte wie für Füllungen, gibt es auch für den umgebenden Teig. Für die Kreatopita entschied ich mich für diesen leicht zu handhabenden Teig der Siora Angelika aus dem Buch The [...]

  4. Isi sagt:

    Fein, muss ich mal drüber nachdenken. Ein bisschen Probleme habe ich immer bei herzhaften Gerichten, die mit Früchten kombiniert werden.

  5. Susa sagt:

    @Isi Kann ich sehr gut verstehen, deswegen musste sich der Grieche die Kreatopita auch zum Geburtstag wünschen :-)

  6. Silvi sagt:

    Das klingt ja wirklich sehr lecker. Wenn man die Pflaumen nicht mag, kann man sie ja auch einfach weg lassen und es ist ein klasse Gericht, wovon viele satt werden.

  7. Friederike sagt:

    Interessantes Rezept. Man nimmt ungekochten Reis,oder? Der gart dann wohl in der Flüssigkeit in der Pastete…

  8. Der Lieblingsgrieche sagt:

    Es wird bald ein zweites Rezept einer Kreatopita folgen! Und dieses mal ganz ohne Reis und mit einem Blätterteig! Wir haben extra eine Großtante von uns besucht, um das Originalrezept zu bekommen!

  9. Susa sagt:

    @Lieblingsgrieche Und nicht vergessen, René danach anzurufen, damit sie uns nicht mehr auslachen kann! Nur über den Blätterteig müssen wir noch sprechen….

  10. [...] den dünnen Teig und ohne Reis ist diese Variante der Kreatopita wesentlich leichter, als diese hier (allerdings habe ich dort den Teig auch zu dick ausgerollt). Für eine große Gästeschar würde [...]

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