Zutaten
800 g Rinderhack
3 EL Paniermehl
1 Ei, leicht verrührt
1 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 große Zwiebel, fein gehackt
1 gehäuften TL Koriander, gemahlen
1 gehäuften TL Piment, gemahlen
Salz, Pfeffer
Oh je, das war schlimm! Die um sich greifende Sommer-Erkältung rang auch mich nieder und ein Abend vor dem Fernseher war unausweichlich. Voller Mitleid war mein Lieblingsgrieche bereit, mit mir einen seichten Liebesfilm zu sehen. Und wie schön: Es gab Liebe und Griechenland in einem Film, in “Griechische Küsse”. Griechische Küche wäre mir lieber gewesen, aber verschnupft wie ich war, sank auch mein Anspruch.
Nicht tief genug. Nach den ersten Sätzen bekamen wir Magengrimmen, die Bilder mit billiger Fernsehkamera führten zu Kopfschmerzen und schon beim Heiratsantrag gaben wir auf. Schalteten um.
Nach 11 Stunden Genesungsschlaf waren die körperlichen Schmerzen gelindert, der Schock saß aber immer noch tief. Seelenkost musste her. Schokolade oder Hackfleisch.
Das Wetter nahm mir die Entscheidung ab, die Sonne lud auf dem Balkon zum romantischen Grillabend. Das Rezept dazu lieferte Theodore Kyriakou in seinem Buch real greek food mit einem Grillspieß aus Lammhack mit Speck. Kyriakou teilt seine Fleischmasse in 24 gleichmäßige Kugel, die flachgedrückt abwechselnd mit einem kleinen Streifen Speck auf einen Spieß gereiht und anschließend zu einem Zylinder geformt werden.
Da meine Griechischlehrerin Despina immer von einem türkischen Metzger mit tollem Lammfleisch aus der Region schwärmt, machte ich mich sofort auf den Weg dorthin. “Lammfleisch auf Spieße? Viel zu fett, rutsch herunter, nehmen sie lieber Rind”, wurde mir dort gesagt. Und fetten Schweinespeck beim türkischen Händler zu kaufen, ist sowieso eine Herausforderung für sich. Also wurde das Rezept meinen Einkäufen angepasst: Kleine Rinderkebabs vom Grill ohne Speck wanderten mit einem schlichten Tomatensalat (Petersilie, Olivenöl mit etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer anstatt Thymian, Chilli und Rotweinessig) und Kräuter-Joghurt statt Tsatziki auf eine Pita.
Das schmeckte umwerfend, aus “Griechischen Küssen” auf Santorin wurden griechische Küsse in Hamburg und der Speck schnell vergessen. Das lag aber daran, dass mein Lieblingsgrieche die Kebabs sehr behutsam grillte, so dass sie im Inneren knapp gar wurden. Passt man nicht auf, sind gerade die fettärmeren Hackbällchen aus Rind trocken. Um das zu vermeiden, kann man entweder auf fetteres Fleisch zurück greifen (etwa gemischtes Hack) oder es mit Speck paaren.
Da es sich also bei diesen Kebabs eigentlich um Speck-Fleisch-Spieße handelt, reiche ich sie als Beitrag bei dem aktuellen Blog-Event LXX – Ran an den Speck ein.
Zubereitung
In einer großen Schüssel das Hackfleisch, Paniermehl, Ei, Knoblauch, Zwiebeln und, die Gewürze, Salz und Pfeffer mit den Händen verkneten. Mit Frischhaltefolie bedecken und mindestens eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Aus der Masse gleichgroße Kugeln formen und platt drücken. Auf Spieße stecken (Holzspieße vorher wässern) und grillen. Mit Pita, Tomatensalat und Tsatziki servieren.









Ja, ich bin ein großer Griller…;-)))
@Lieblingsgrieche Ja, das bist Du!
Sehr schön, einfach ohne Speck – wehe die macht jemand nach ;) Vielen Dank für deinen unterhaltsamen und lesenswerten Beitrag!
Großartig. Das duftet durch mein Bildschirm durch. Das werde ich bei gutem Wetter direkt mal testen :-D
Lecker das vom Grill da freut man sich auf den Sommer