Meine Griechischlehrerin Despina sagte dazu nur lapidar: „Tomaten und Zwiebeln, da kann man nichts falsch machen.“ Tomaten und Zwiebeln sind tatsächlich die Basis der meisten griechischen Ragouts, aber dieses Rezept ist ungewöhnlich: Kaffee, Metaxa und Honig.

Von unserem letzten Besuch auf Kefallonia hatte ich noch Spoon Sweets von Siora Eleni im Kühlschrank, das ich anstatt Honig verwendete. Man kann es durch Orangen- oder auch Aprikosenmarmelade ersetzten.
Anstatt des Metaxas eignet sich jeder andere Brandy. Der gleichnamige Gründer stammt von Kefallonia und zog erst 1880 nach Attika, wo er sein Glück (oder vielmehr seine Weinberge) fand.
Kapama kann man mit Huhn, Lamm oder Rind zubereiten. Wir entschieden uns für Rind und aßen es mit klassischen Begleitern der deutschen Küche: Spätzle und Rotkohl. Übrigens schmeckte es meinen Lieblingsgriechen nach dem dritten Aufwärmen am besten (da enstand auch das Photo, hinter mir der hungrige Grieche). Also ein gutes Gästeessen, von dem ruhig Reste übrig bleiben dürfen.
Das Rezept ist aus dem Kochbuch The Olive and the Caper: Adventures in Greek Cooking von Susanna M. Hoffman. Eines der wenigen Kochbücher im Regal ohne bunte Bilder, dafür sehr informativ und die fast nicht enden wollende Fülle an Rezepten macht es zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Neuanschaffung!
Zutaten
1,2 Kilo Rindergulasch in Würfel geschnitten
2 Zwiebeln, mittlerer Größe, in feine Würfel geschnitten
2 El Tomatenmark
350 ml trockener Rotwein
5 Cherrytomaten, halbiert
3 EL Metaxa
1 doppelter Espresso
3 EL Orangenmarmelade
1 Zimtstange
4 Nelken
2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
Zubereitung
Etwas Olivenöl in einem großen Topf erhitzen.
Fleisch portionsweise anbraten. Aus dem Topf nehmen und zur Seite stellen.
Zwiebeln bei mittlerer Hitze in dem Topf schmoren, bis sie leicht (nur leicht!) gebräunt sind. Tomatenmark dazu geben und kurz anrösten. Mit Rotwein ablöschen und aufkochen.
Alle weiteren Zutaten dazu geben, zum kochen bringen und die Hitze wieder reduzieren.
Mit geschlossenem Deckel ca. 1 ½ Stunden schmoren, anschließend weitere 35 – 40 Minuten ohne Deckel etwas einkochen.
Lorbeerblätter, Zimtstange und Nelken entfernen und servieren.
Klassisch isst man dazu Brot oder auch Kartoffeln.






Ein schönes Essen für ein größeres Fest. Das ist eindeutig ein Griechisches Gulasch. ;-)
Ja, da hast Du recht, Buntköchin: Tomaten und Zwiebeln, stundelang auf dem Herd, dazu eine Stange Zimt – das kann nur griechisch sein ;-)
Was für ein interessantes Rezept. Da freue ich mich schon aufs Nachkochen :-)
Tolle Sache, mal sehen, morgen möchte ich eine Lammkeule, bereits jetzt entknocht, in Form von Ragout kochen statt am Stück im Ofen. Vielleicht dieses, bin am Stöbern. Tschüss.
@Erich – Dann viel Erfolg beim Stöbern! Mir hat das Kapama sehr gut gefallen, besser auch als das gepostete Stifado-Rezept (da muss es auch noch bessere geben).