
Mastiha gehört zu meinen liebsten kulinarischen Neuentdeckungen. Denn wie oft kommt es vor, dass man tatsächlich noch nie auf dieses eine Aroma gestoßen ist, diesen Geschmack noch nie wahrgenommen hat?
An einem lauen Spätsommertag letzten Jahres saßen wir zu später Stunde nach einem Festmahl auf der Dachterrasse von Tante René in Argostoli. Da kam ihr Sohn mit einem Tablett und verteilte Likörgläser mit Eiswürfeln, die er mit einer klaren Flüssigkeit füllte.
Meine Geschmacksknospen zuckten zuerst zurück, meldeten dann Aromen von Kaffee, Teer, Geröstetem, bis sich schließlich der typische Mastiha-Geschmack ausbreitete und die Vereinigung der Mastixproduzenten von Chios (die das alleinige Recht auf die Verwertung des Harzes haben) hatten eine neue Kundin gewonnen.
Der Rohstoff Mastiha gedeiht nur im Süden von Chios, einer Insel im östlichen Teil des ägäischen Meeres. Bereits seit der Antike wird die heilende und antiseptische Wirkung gerühmt. Ein Genuss- und Heilmittel gleichermaßen! Kein Wunder, dass Mastiha neben der Nahrungsmittelindustrie (Kaugummis, Spirituosen und Süßspeisen) auch die Welt der Künste (Verwendung in der Ölmalerei und im Geigenbau) und Kosmetik erobert hat.
Die Ernte beginnt im Juli jeden Jahres mit dem Einritzen der Rinde und dauert aufgrund mehrerer Schnitt-, Tropf- und Trockenperioden bis Oktober. In mühevoller Handarbeit werden die Harztränen gereinigt und weiter verarbeitet.
In Deutschland bekommt man Mastix aufschließlich im Internet.





