Spirituosen mit Anisaroma kennen alle Mittelmeeranreiner, wahrscheinlich schon seit der byzantinischen Zeit. In der Türkei trinkt man Raki, in Frankreich Pastis; Sambuca nennen es die Italiener und die Griechen haben ihren Ouzo.
Ouzo wird in der Regel in einer kleinen Karaffe, begleitet von Wasser und Eiswürfeln, auf den Tisch gestellt. Jeder bedient sich entsprechend seiner Vorliebe und trinkt ihn:
pur
auf Eis
mit Wasser
auf Eis mit Wasser
Griechische Machos und andere Möchtegerne spülen ihn mit einer fließenden Handbewegung die Kehle hinunter. Genießer geben ihrem Drink die Zeit, sich mit dem schmelzenden Eis zu verdünnen und das Anisaroma wird sanfter.
In Griechenland wird Alkohol immer in Verbindung mit Essen gereicht. Ouzo bildet da keine Ausnahme. Einige Restaurants haben eine Ouzo-Mezedes-Auswahl auf der Speisekarte. Das sind hauptsächlich frittierte oder auch sehr ölige Mezedes, deren Schwere dank der Kräuter abgemildert wird. Gut passt er auch zu salzigen Gerichten wie salzigen Fisch oder Oliven. Lieber zu einem anderen Getränk sollte man bei stärkehaltigen Gerichten (Pasta, Kartoffeln, Reis, milden Käse und Süßspeisen) greifen.
Die längste Ouzo-Tradition gibt es auf der ägäischen Insel Lesbos. Ausschlaggebend dafür sind wohl die Wasserqualität, die Herkunft der Kräuter und die Dosierung. Die bekannteste Marke von dort ist Plomari. Er schmeckt sehr rein und neutral und ist absolut empfehlenswert.
Die Basis der Spirituose ist reiner Alkohol. Das kann zum Beispiel auch ein Melassedestillat sein, der verschiedene Kräuter beigefügt werden: Anis, Fenchelsamen, Sternanis, Koriander oder auch Kardamon. Aus Lesbos fügt man gern auch Mastiha zu. Die Mischung zieht über Nacht, bevor sie mehrfach in großen Kupferkesseln destilliert wird.
Ähnlich wie beim Retsina wird man als Tourist oder als Gast einer griechischen Taverne in Deutschland oft mit Billigfusel geqält und viele verziehen bei dem Gedanken an Ouzo das Gesicht. Aber wenn man auch hier auf Qualität achtet und ihn mit Wasser verdünnt, ist Ouzo ein erfrischender Aperitif.
Γεια μας!







Anis ist immer so eine Geschmacksfrage, manche mögen den nicht – ich mag aber all diese Getränke. :*)
Eine Frage, weißt Du vielleicht, was in griechischen Lokalen bei Ouzo oben drauf schwimmt? Vor allem hier in D ist mir das aufgefallen, teils sind die Fusel gar nicht so schlecht, aber irgendetwas Glitzerndes schwimmt oben drauf…
@Barbara – gute Frage. Eine Freundin von uns kreischt immer: “Da hat mir jemand hinein gespuckt!” Das wird es wohl nicht sein. Ich werde mich mal in der griechischen Gemeinde umhören und berichten.
Das hoffe ich auch nicht. ;-)
(Geheime Zutat à la Adriano Celetano in dem Film mit dem unzerbrechlichen Glas, falls Du den kennst – fiel mir gerade ein).
Falls Du es rauskriegst, würde mich das echt interessieren. :-)
@Barbara – nun haben wir es endlich mal wieder zu Christos geschafft und dort wurde uns als Erklärung vorgeschlagen: Eiskristalle, die sich durch die Kühlung bilden oder/und Kristalle, die sich aufgrund der Zuckerzugabe bei der Herstellung bilden würden.