In die Ferne schweifen

Grecotel Eva Palace auf Korfu

Ankommen, ablegen, entspannen. Das war unser Plan für eine kurze Woche im Eva Palace auf Korfu und genau das haben wir bekommen. Denn so sehr wir unsere Urlaube in unserem Haus Monambelles auf Kefalonia schätzen, für eine Woche lohnt sich die Anreise einfach nicht. Glücklicherweise gibt es das rundum sorglos 5 Sterne Hotel Eva Palace auf Korfu.

Korfu ist, nicht zuletzt durch Kaiserin Sisi und den James Bond Film In tödlicher Mission, die bekannteste und touristischste der Ionischen Inseln und wird von Mai bis Oktober von vielen europäischen Flughäfen direkt angeflogen. Eine Reise dorthin lohnt sich auf jeden Fall. Gerade im Frühling blühen dort Blumen und Bäume um die Wette, selten sieht man so viele Grünschattierungen.

Nur eine knappe halbe Stunde Autofahrt vom Flughafen entfernt liegen auf einer kleinen Halbinsel zwischen Gouvia und Dassia drei verschiedene Hotels der Kette Grecotel. Familien fühlen sich im Dafnila Bay am wohlsten, für Paare öffnet das Eva Palace seine Pforten und alle, die es gerne noch etwas schöner und feiner haben, machen im Imperial Urlaub.

Gut zu Fuß

Das Eva Palace breitet sich auf dem abfallenden Gelände um das alte Steinhäuschen des Grundbesitzers aus. Kleine Wege und schmale Treppen führen vom Haupthaus zu den Bungalows und Villen, hinab zum Pool und zum hoteleigenen Strandabschnitt. Das ganze Ensemble wirkt dadurch gemütlich dörflich und der herzliche Empfang durch das Personal führt dazu, dass man sich sofort heimisch fühlt. Fremdeln ist hier ein Fremdwort.

Wir buchten ein Zimmer in einem Bungalow inmitten des Geländes, mit einem traumhaft schönen Blick über die Bucht. Auf der anderen Seite der Küste lag die in der Sonne weiß funkelnde Korfu Stadt. Leider hatten wir auch einen Blick auf die schmale Zugangsstraße des Nachbarhotels Imperial. Schmal, aber durchaus befahren. Morgens weckte uns regelmäßig das Motorbremsen der Touristenbusse.

So erschienen wir wenigstens immer pünktlich zum riesengroßen Frühstücksbuffet. Der Koch erzählte uns, das Angebot würde immer auf die Bedürfnisse der größten Besuchergruppe angepasst. Als wir da waren, bestanden die Gäste fast nur aus Engländern und Deutschen. Das bedeutete Kartoffelgratin und Würstchen zum Frühstück und große gegrillte Fleischstücke zum Abendessen. Und das Russen vor dem Dinner gerne Wassermelone essen, wusste ich bisher auch nicht.

Überhaupt spielt Kulinarik im Eva Palace eine große Rolle. In der kurzen Woche unseres Aufenthaltes veranstaltete das Restaurant-Team eine Weinprobe unter einem alten knorrigen Olivenbaum (hier berichtete ich bereits darüber) und der Koch lud uns zum gemeinsamen Kochen ein. Natürlich wünschten wir uns original korfiotisches Pastitsada! Es schmeckte himmlisch, aber unser begeisterter Bericht hielt dem strengen Kritiker (Panos, während er unseren Wein abends auf der Terrasse öffnete) nicht stand: Nein, nein, kein Rotwein. Cognac! Und natürlich kein Cumin – ts – dafür Muskat. So macht es jeder anders. Mein Rezept schmeckt auch sehr gut, hat aber, so lernte ich nun, zuviel Passata. Nur ein Glas Tomatenmark muss reichen.

φιλοξενία = Gastfreundschaft

Das Eva Palace mag nicht die größte Ausstattung überhaupt haben, nur einen kleinen SPA Bereich und auch keine Shops zum Austoben (nur einen Minimarkt für Zeitung und Sonnencreme), aber das Team dort bemüht sich ganz liebevoll um seine Gäste und versucht ganz individuell, ihnen eine gute Zeit zu bereiten.

Überhaupt das Team. Griechen sind die Meister der φιλοξενία (Gastfreundschaft), in noch keinem anderen europäischen Land wurde ich als Gast so herzlich willkommen geheißen und großzügig umsorgt*. Die Angestellten des Eva Palace gehen noch einen Schritt weiter: Es hört zu. Gäste beschwerten sich über den steinigen Strand? Dann karrt man eben in der Winterpause mit einer kleinen Fähre tonnenweise Sand an und verteilt ihn in der Bucht. Gäste hätten gerne mehr Rasenfläche? Also wird Rollrasen verpflanzt und mit Rosenbüschen garniert. Wir sind sehr gespannt, ob unser Vorschlag, einen oder gleich zwei Schwimmstegs mit Treppen für den leichteren Einstieg in das Meer zu bauen, noch diese Saison oder erst in der Winterpause umgesetzt wird. Wer sich also im Eva Palace unwohl fühlt, muss dies nur äußern und es wird Himmel und Erde in Bewegung gesetzt.

Ankommen, ablegen und entspannen? So erholt war ich selten nach einer Woche Urlaub. Und wenn es uns zu langweilig wurde, düsten wir mit unserem quietschgelben Mastiz über die Insel, tranken Freddo Cappuccino in Korfu Stadt und genossen die Kräuterinfusion in der Luft des alten Dorfes Perithia.

 

Wie, was, wer?

Wie kommt man hin?

Korfu wird zwischen Mai und Oktober von vielen Städten aus direkt angeflogen.

Ein Mietwagen macht auf fast jeder griechischen Insel Sinn. Wir waren mit dem Familienunternehmen Corfu Sunrise mehr als zufrieden. Für Tagesausflüge kann direkt im Eva Palace ein Auto gemietet werden (was fast genau soviel kostet, wie unseres für eine ganze Woche).

 

Was kann man dort machen?
  • Im Hotel wird täglich ein kleines Sportprogramm von Boggia bis Tischtennis angeboten
  • ein Boot mieten und Korfu von der Wasserseite aus erkunden
  • Tennis spielen auf dem hoteleigenen Platz
  • Golf spielen, der Corfu Golf Club ist in 20 Minuten mit dem Auto zu erreichen
  • Kochkurse und Weinverkostungen
  • Live Bands abends in der Hotelbar

 

Für wen ist es geeignet?
  • für Paare und Ruhesuchende
  • für Golfer

 

*Daran hat übrigens auch die Krise und das deutsche Mediengezeter nichts geändert.



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