In die Ferne schweifen

Hausbau auf Kefalonia

Bereits vor zwei Jahren verkündete ich laut und stolz: Wir bauen ein Haus auf Kefalonia! Seitdem ist wenig geschehen. Erbschaftsfragen, griechische Steuergesetze, zwei Todesfälle und ein Erdbeben boykottierten unsere Pläne. Seit Anfang des Jahres aber nimmt unser Projekt wieder Fahrt auf.

Wie alles begann

Vor einigen Jahren spielten wir mit den Gedanken, uns ein eigenes Haus auf Kefalonia zu kaufen. In dem Familienhaus Monambelles fühlen wir uns auch sehr wohl, aber ein eigenes Haus zu besitzen, nur für uns allein, nach unseren Vorstellungen gestaltet und eingerichtet, hat auch seinen Reiz. Also streckten wir unsere Fühler aus, begutachteten den Markt und fragten Cousin Dimitrios nach seiner Meinung und Einschätzung. Er erinnerte uns an das alte Grundstück im hübschen Bergdorf Monopolata.

Selbst ein Haus in Griechenland zu bauen? Nie im Leben!

Aber das Grundstück wollten wir uns dennoch ansehen und machten uns auf den Weg nach Monopolata.

Das Grundstück

Nur eine alte Ruine erinnert noch daran, dass dieses Grundstück die ursprüngliche Heimat der Linardatos Familie war. Seit dem großen Erdbeben 1953 wucherten Büsche und Pflanzen über den Überresten des Hauses und bedeckten das gesamte Grundstück. Nur ein kleiner Pfad entlang der Mauer zum Nachbargrundstück führte an das andere Ende. Dort angekommen verliebten wir uns. Die Aussicht dort am Rande des Hanges ist einfach phänomenal.

Am Ende des Grundstückes geht es steil bergab, der Blick führt über eine grüne italienisch anmutende Landschaft über Lixouri im Hafen hinweg auf das Meer hinaus. An klaren Tagen ist von dort oben Zakynthos zu sehen.

Dort oben fiel die Entscheidung, und wir machten uns auf, unseren Hausbau zu planen.

Start der Planung

Alle Häuslebauer aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis gaben uns drei Merksätze mit auf den Weg:

  1. Es wird immer teuer als man denkt.
  2. Es dauert immer länger als man denkt.
  3. Als Bauherr sollte man so oft es geht auf der Baustelle sein.

Teurer? Check. Länger? Check. Aber wie sollten wir so oft es geht auf dem Bau sein? Dafür gibt es auf Spezialisten. Onkel Google zeigte uns die tollsten Websites und Cousin Dimitrios gab uns die Telefonnummer von Barry, the plumber.

Barry, the plumber? Wir wollten ein Haus bauen und kein Rohr verlegen. Nachdem wir erkennen mussten, dass die tollsten Websites nicht immer zu den besten Anbietern führen, trafen wir uns endlich mit Barry und seiner Frau Frances.

Zusammen betreiben sie Kefalonian Homes und kümmern sich um die Verwaltung von Ferienimmobilien und den Bau von Traumhäusern. Notargespräche? Bankverhandlungen? Abstimmung zwischen Architekt und Baubehörde? Und wann kommt endlich der Bagger? Frances und Barry nehmen uns alles ab. Die quirlige Kommunikatorin und der erfahrene Praktiker („Natürlich könnt ihr das so machen. Ich empfehle es euch aber nicht. Mein Vorschlag....“ Wir oft haben wir diesen Satz inzwischen gehört!) sind in dieser Kombination perfekt für den Job. Und wir müssen nur noch die Fliesen für das Bad aussuchen.

Und so ging es weiter

Wie es sich für eine große griechische Familie gehört, hat sie das Grundstück fein säuberlich aufgeteilt. Meinem angeheirateten Lieblingsgriechen gehörte bereits ein Sechstel. Und nun wurde getauscht, geschenkt und gekauft. Ein Teil des Grundstückes war schon vor unserer Planung für einen Cousin abgezweigt worden. Diese Teilung musste noch in das Grundbuch (ja, das gibt es auf Kefalonia) eingetragen werden. Genau das sollte uns zum Verhängnis werden.

Im Frühjahr 2013 ahnten wir davon noch nichts. Wir eröffneten in Lixouri ein Konto, handelten mit Frances einen Vertrag aus und beauftragen die Architekten Killinger & Westermann aus Berlin mit der Erstellung der Hauspläne. Eigentlich ist das Teil des Angebotes von Kefalonian Homes und auch ihren Mitbewerbern. In Griechenland aber steht in erster Linie das Leben draußen im Vordergrund, während wir Deutsche auch an kalte Wintermonate denken und andere Vorstellungen von einem geeigneten Grundriss haben. Friedrich Killinger brauchte einen Entwurf, um alle unsere Wünsche und Vorstellungen in einen Grundriss zu packen. Besonders in die holzverzierte Loggia verliebten wir uns.

Parallel beauftragen Frances und Barry die Rodung des Grundstückes. Bis dahin hatten wir ja keine Ahnung, mit welchem Untergrund wir es zu tun haben, ob es ebenerdig ist oder tiefe Krater hat.

Je weiter wir mit der Planung kamen, desto dringlicher wurden Frances Fragen nach einer Grundbuchabschrift. Im Mai 2013 mussten wir unsere Planung unterbrechen, wir kamen nicht weiter.

Zwei Todesfälle, eine Änderung der Steuergesetze und einem Erdbeben später, kam im Januar 2015 wieder Bewegung in die Sache. Wir kauften das noch fehlende Teil des Grundstückes (auf dem Plan mit einer 2 gekennzeichnet), das wir nicht wollten, nicht brauchten und vor allem finanziell nicht eingeplant hatten. Aber wie sagten schon alle unsere Häuslebauer? Es wird immer teurer und es dauert immer länger.

Fortsetzung folgt...



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