Die schönste Zeit ist mal zu Ende und unsere schönste Zeit ist unser jährlicher Urlaub auf Kefallonia, den wir in dem Haus auf dem Berg – Monambelles – verbringen.

Was wir gemacht haben?
Wir haben einen Zwischenstopp in Athen gemacht und in dem sehr schönen Restaurant Blue Pine die besten Patates der Welt und kleine Bifteki aus haschiertem Kalbsfleisch gegessen. Klassische griechische Küche aus den besten Zutaten.
Gleich nach unserer Ankunft auf Kefallonia wurden wir bei Tante René in der Hauptstadt Argostoli zu Tisch gebeten und die Wendung πολη λιγο (nur ein wenig) hat seitdem eine völlig neue Bedeutung für mich. Als kleinen Appetithappen gab es Tiropites, kleine Blätterteigtaschen, gefüllt mit einer Feta-Kefalograviera-Mischung.
Und dann begann die Schlacht: Kaninchen in Hasensauce (ja, ich fragte auch dreimal nach) wurde von einer Reis-Käse-Torte begleitet, einem Käsebrot und etwas Gemüse. Anstatt Kaninchen nahm man früher Hase, der aber inzwischen von dem zarteren Verwandten abgelöst wurde. Der ungewöhnliche Name weist auf die Zubereitungsart hin. Mit den in Sicherheit wiegenden Worten πολη λιγο häufte René nun Portion über Portion auf unsere Teller. Anschließend servierte sie eine riesengroße Creme-Früchte-Torte, nach der sofort zum Kaffee ein Zimtkuchen aufgetischt wurde. Es war überwältigend.
Genau so wie das Skordalia-Essen eine Woche später bei ihr. Auf Kefallonia wird Knoblauch nicht in homöopathischen Dosen genossen und Skordalia nicht als Dip serviert, sondern als Sauce großzügig über einen üppig gefüllten Teller gegossen.
Wir waren viel schwimmen, an den schönsten Stränden der Insel. Das Tolle an Kefallonia ist die Vielzahl der Strände: Man muss sich nur morgens (während man die Reste des Zimtkuchens in den Kaffee stippt) einigen, ob man an den schicken Partystrand, den Familienstrand mit wenig Wellengang zum planschen, den Hausstrand, der nur einen Katzensprung entfernt ist, in die einsame Bucht um Zweisamkeit zu genießen oder an den schönsten Strand Griechenlands will.
Von Jahr zu Jahr gibt es mehr Tavernen in Petani, aber diese hat das beste Essen. Der gegrillte Fisch ist ein Traum.

Hier lasen wir, dass wir am schicksten Strand der Insel lagen. Eine mediale Bestätigung des subjektiven Eindrucks ist immer eine feine Sache.

Mit diesem Strand wirbt die griechische Tourismuszentrale. Völlig zu Recht! Manchmal herrscht in Myrtos hoher Wellengang und ein Bad im Wasser ist nicht ganz ungefährlich. Dieses Jahr, als wir dort waren, war es ein Traum. Kristallklar und windstill.

Und wenn wir nicht planschen, lesen wir viel. In der ersten Woche fiese Schmöker, mit zunehmender Entspannung stieg auch die Qualität der Literatur.


Wir lesen nicht nur am Strand, sondern auch in unserer neuen Hängematte, die der Grieche von einer gemeinsamen Freundin zum Geburtstag geschenkt kam. Eine wahre Bereicherung, vielen Dank, liebe Frau Edel! In dieser Hängematte ließ es sich nicht nur gut lesen, sondern auch Gin Tonic trinken oder einfach nur hoch in die Pinie blicken und die Gedanken schweifen lassen.

Gin Tonic trinken wir in Monambelles gern mit ein oder zwei unreifen Mandarinen. Klingt komisch, schmeckt aber. Und man kann dabei wunderbar auf der Terrasse sitzen, den Mond beim Aufgehen beobachten oder Sterne zählen. Wenn man geduldig genug ist, sieht man manchmal Sternschnuppen. Der Grieche hatte Glück, ich war leider zu ungeduldig.

Geduld forderte ich dagegen im Hafen von Argostoli ein und wir wurden beide belohnt: Eine Karettschildkröte lugte aus dem Wasser. Gerade morgens, wenn die Fischer ihre Beute im Hafen verkaufen, kann man sie gut beobachten. Es ist immer wieder ein Erlebnis. Daher freuten wir uns besonders, sie auch nachmittags anzutreffen.

Wir waren in altbekannten Restaurants, wie dem Vatsa oder bei Zorbas und entdeckten das Nησοι Bαρδιανοι in Xi neu. Die besten frittierten Calamaria gab es bei Spriros in Vatsa, das beste Kokkinisto bei Zorbas in Lixouri. Nησοι Bαρδιανοι verwöhnte uns mit Seafood-Mezedes und Hummer-Macaronia, die Familie Morelatos mit Stifado und Kotopoulo Krasato und ich bettelte sie alle um die Rezepte an (mit durchwachsendem Erfolg).


Wir hielten uns mit dem Einkochen dieses Jahr sehr zurück: Tomatenpaste und Feigenmarmelade wanderte in den Koffer, Pfirsich-Chutney ließen wir als Überraschung für den Rest der Familie zurück. Im Oktober wird in Griechenland wieder gewählt und alle Wähler eilen für den Urnengang in ihre Heimat.
Während der Feigenernte machten wir Bekanntschaft mit der einzigen zutraulichen Katze Kefallonias, die an den folgenden Tagen auch Gefallen an unserer Hängematte fand.

Und der Supermarkt in Lixouri verkauft seit Neuestem auch frischen Ingwer. Der Mann hinter uns an der Kasse fragte gleich neuigierig:
„Was ist das?
„Das ist Ingwer.“
„Ist das eine Kartoffel?“
Die Wurzel scheint also in den Küchen der Bewohner noch nicht angekommen zu sein.
Im Hafen von Fiscardo sahen wir den Gastronomen beim Angeln zu, während wir gegrillten Fisch und Garides saganaki aßen. Danch mieteten wir uns ein Boot und fuhren die Küste auf der Suche nach einer Bucht ab.




In unsere Koffer wanderten Käse, Wein, Mastihalikör, Honiglikör, Pastourmas, Steine, Tomatenpaste, Kochbücher- und Zeitschriften. Wir sind nach Hause gekommen voller neuer Eindrücke, Ideen und Inspirationen und einem Haufen „Futter“ für dieses Blog!






boah, herrlich entspannend, das alles zu lesen :-)
Will auch da hin und ein paar Jahre bleiben, sonst lohnt sich die weite Fahrt ja gar nicht. ;-)
Ach wie schön… du weckst die Reiselust in mir. Leider haben wir es in diesem Jahr (noch?) nicht nach Griechenland geschafft. Auf dein “Futter” bin ich deshalb schon gespannt…
Das klingt nach einem wunderbaren, erholsamen Urlaub. Auf das mitgebrachte Futter bin ich ebenso wie Isi gespannt.
@Andreas – Schön, dass ich etwas von meiner Entspannung weiter geben konnte :-)
@Buntköchin – Für Dich ist die Fahrt noch nicht mal sooo weit: Es gibt Direktflüge ab Wien! Aber wir wollen auch nie weg und sind immer ganz geknickt, wenn wir wieder den Rückflug antreten müssen.
@Isi – Jetzt habe ich fast ein schlechtes Gewissen! Im Spätsommer die Reiselust zu wecken, ist ja fast fies. Dafür werde ich Dich mit vielen Sommergerichten hier beglücken!
@Chaosqueen – Ja, es war wirklich sehr sehr schön. Allerdings mussten wir uns nun auf Diät setzten und ich weiß noch gar nicht, wie ich das mit dem bloggen vereinbaren soll ;-)
Wenn es da unten nur nicht so warm wäre, würd es mich auch ganz schnell dort hin ziehen, aber ich bin für diese Hitze einfach nicht gemacht.
Trotzdem ist der Bericht klasse, die Bilder toll und ich freu mich schon sehr auf die vielen leckeren Gerichte, mit denen Du uns virtuell verwöhnen wirst.
Herzlichen willkommen zurück!
Danke für den schönen Bericht!!! Ich habe auch Fernweh gekriegt, das klingt alles wunderschön und erholsam. Freut mich, dass Ihr so einen tollen Urlaub hattet. :-)