Hauptspeisen, Käse, Mezedes

Saganaki auf Linsen-Mangold-Salat

In Griechenland wird der Gürtel enger geschnallt. Das hat noch nichts mit der nahenden Fastenzeit zu tun, sondern ist die berechtigte Hoffnung der EU-Finanzminister, die nun mit ihren griechischen Kollegen Rechenübungen anstellen müssen. Mit einer kleinen Portion glücklich zu werden, verspricht zumindest kulinarisch ein Teller gebratenen Käse auf Linsen-Mangold-Salat.

Zutaten

150 g Linsen (z.B. Belugalinsen)
400 ml Hühnerbrühe
1 Schalotte
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Balsamessig
100 g Mangold
1 Scheibe Käse/Person oder für 2 Personen (abhängig von der Größe der Scheibe)
1 Ei
4 EL Mehl
4 EL Olivenöl

Gebratener Käse wird in Griechenland Saganaki, nach der verwendeten Pfanne, genannt. Doch Vorsicht: Ebenso ihren Namen von der feuerfesten Pfanne haben Gerichte, die mit Tomatensauce und Feta im Ofen gebacken werden, wie etwa Garnelen Saganaki (Γαρίδες σαγανάκι) oder auch Muscheln Saganaki (Μύδια σαγανάκι). Die Meeresfrüchte sollte man bei der Bestellung unbedingt dazu nennen und sich nicht auf ein lässiges Saganaki beschränken. Ansonsten kommt aus der Küche ein Teller mit gebratenem Käse anstatt der ersehnten saftigen Garnelen und ja, mir ist das bereits passiert.

Zum heutigen Gürtel-enger-schnallen mochten Garnelen aber nicht passen und es gab eine Scheibe Käse. Vorzugsweise nimmt man den aus Schafs- und Kuhmilch hergestellten Kefalotyri, der seine Namen von der schönen Insel Kefallonia hat. Ebenso kann man Graviera, einen kretischen Hartkäse aus Schafsmilch, verwenden. Nicht authentisch, aber auch möglich: Feta aus reiner Schafsmilch.

Klassisch wird Saganaki mit nicht mehr als ein paar Spritzern Zitronensaft als Mezze serviert. Wir mögen ihn gern auf Linsensalat mit Mangold. Anstatt des großen Mangolds verwendete ich die feinen Salatblätter des roten Mangolds, die auch gut durch Spinat ersetzt werden können.

Das Beste kommt zum Schluss: Die Zubereitung dauert nicht länger als 30 Minuten! Ein Fall für Cucina rapida!

Zubereitung:

Die Linsen mit der Brühe in einem Topf geben und aufkochen. Zugedeckt bei mittlerer Hitze etwa 25 Minuten garen. Abgießen und zur Seite stellen.

Die Schalotte schälen und in kleine Würfel schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Schalottenwürfel bei mittlerer Hitze glasig dünsten.

Das Ei auf einem Teller mit einer Gabel aufschlagen.

Den Käse zuerst in dem aufgeschlagenen Ei, dann in Mehl wenden. Überflüssiges Mehl abklopfen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Käse bei mittlerer Temperatur von beiden Seiten goldbraun braten.

Inzwischen den Mangold in feine Streifen schneiden oder die feinen Blätter ganz lassen (je nach dem, welche Sorte verwendet wird) und durch die Pfanne ziehen, bis sie gar sind oder die Blätter zusammen gefallen sind. Linsen dazu geben und mit Salz, Pfeffer und Balsamessig würzen.

Mit dem Käse und etwas Zitrone servieren.

15 Kommentare zu “Saganaki auf Linsen-Mangold-Salat”

  1. kitchenroach sagt:

    Ich finde gebratenen Kaese sooooo gut, auch mit Ei und Panko/Semmelbroesel. Das mit der Zitrone dazu, kann ich mir gut vorstellen, erfrischend.

  2. Isi sagt:

    Muss ich auch mal wieder machen…Ich mag das sehr gerne. Das mit der Pfanne wußte ich noch gar nicht. Ich sags ja, bloggen bildet :-)

  3. alissa sagt:

    toll – das hatte ich auhc lange icht mehr – so ähnlich habe ich es oft mit meiner Freundin beim Griechen ums Eck gegessen…hmmm
    Deins schaut gut aus!

  4. Claus sagt:

    wunderbar, gefällt mir, mach ich…

  5. lamiacucina sagt:

    ungewohnt für mich mit der Zitrone, aber ich stelle mir vor, dass das gut schmeckt.

  6. Linsen und Mangold, sehr gute Idee.

  7. Buntköchin sagt:

    Gefällt mir auch und mit gebackenem Käse sowieso. Danke für die Saganaki-Warnung. Das werde ich mir merken, sonst bekomme ich irgendwann eine alte rostige Bratpfanne serviert. ;-)

  8. Susa sagt:

    @kitchenroach – Über Panko bin ich schon bei Steph des öfteren gestolpert, sollte ich wohl mal ausprobieren.

    @Isi – Das mit der Pfanne musste ich leider, wie erwähnt, auf die harte Tour lernen… dabei freute ich mich so auf die Garnelen und verweigerte mich daraufhin jahrelang dem Käse :-)

    @Alissa – Weißt Du zufällig, mit welchem Käse es Dein Eck-Grieche macht? Das war meine letzte Ration aus Griechenland und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich auf ordinären Feta ausweichen kann.

    @Claus – Schön, dass ich Dich inspirieren konnte :-)

    @lamiacucina – Zitrone ist mein Ketchup, gaukelt Leichtigkeit und Frische vor.

    @Tobias – Ja, weg mit dem Käse, ich bin auch süchtig nacht der Kombination geworden. Werde es demnächst aber auch mal mit Löwenzahn ausprobieren.

  9. Susa sagt:

    @Buntköchin – Sollten darin Garnelen sein, gehören die mir! Darauf warte ich schon seit Jahren!

  10. mipi sagt:

    So macht Gürtel-enger-schnallen Spaß. Vielen Dank für die Teilnahme.

  11. Erich sagt:

    Ein Traum, deine Käsescheibe, und erst noch auf Linsensalat.
    Jetzt lernte ich auch, dass die Insel meiner Kochfrauen in Deutsch Keffalonia geschrieben wird.

  12. Susa sagt:

    @Mipi – Wie immer gern!

    @Erich – Och, da gibt es einige Schreibweisen, wie es bei der Übersetzung von griechischen in lateinische Buchstaben üblich ist. Meistens wird es wohl Kefalonia geschrieben, was zur Folge hat, dass Deutsche es gern Keeeefaaaaaloooooonja aussprechen. Dann doch lieber mit ein paar mehr Konsonanten arbeiten ;-)

  13. Chaosqueen sagt:

    Hmmm, da läuft mir das Wasser im Mund zusammen…
    Und da wir hier immer noch kein tolles griechisches Restaurant gefunden haben, muss ich mich wohl selbst an die Pfanne stellen.

    Ist die ‘Saganaki’ eine besondere Pfanne?

  14. Susa sagt:

    @Chaosqueen – Die Saganaki-Pfanne ist eine ofenfeste Pfanne mit zwei Henkeln, kann also wunderbar durch eine ganz normale Pfanne zum Braten ersetzt werden. Überbackene Saganaki-Gerichte mache ich in den kleinen Tonförmchen, wie man sie aus Spanien kennt, aber jede andere Ofenform geht auch.

  15. Ted sagt:

    Klingt lecker, aber ich denke, dass auch in Griechenland Hühnerbrühe nicht vegetarisch ist. Damit das Rezept also den Tag “vegetarisch” verdient, lieber Gemüsebrühe nehmen.

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