.... was sonst noch so anfällt....

Schnell geschärft!

Mancher Hobbykoch hat seine Messer zu seiner besseren Hälfte erkoren und hegt und pflegt sie liebevoll, andere gehen mit ihren Werkzeugen pragmatischer um. Ich gehöre eindeutig zu zweiten Gruppe.

Zwar weiß ich gute Messer durchaus zu schätzen, ein von Hand gefaltete Kai Shun Damaszener Messer muss es aber nicht sein. Eines haben alle Messer gemein: Sie werden durch Benutzung stumpf.

Für Besitzer sündhaft teurer Messer kommt wohl eh nur das Handschleifen mit nassen Saphiren oder ähnlichem in Frage.messerscharfer

Unser Messerbestand setzt sich aus (geschenkter) Billigware und (ebenso geschenkter und auch selbst erstandener) deutscher Qualitätsware aus dem schönen Solingen zusammen. Die besseren Messer brachten wir bisher immer zu einem Hobbyschleifer, der auf seinem Bauernhof hinten in der Scheune einen Schleifstein hat und sich ein kleines Zubrot verdient.

Nicht schön, aber scharf erhielten wir unsere Messer nach jedes Mal nach einer ca. zweiwöchigen Wartezeit wieder. Die Konkurrenz im Dorfe schickt die Messer überhaupt erst alle zwei Wochen ein (wohin auch immer) und nach weiteren vier Wochen darf man das Dreifache zahlen. Hörte sich für mich nie nach einer Alternative an.

Umso spannender fand ich die kleinen Küchenhelfer, mit denen auf die Schnelle in der heimischen Küche die Messer geschärft werden können. Nun verhält es sich mit Messern wie mit Tintenfischen: In den einschlägigen Foren wird ein Glaubenskampf um die beste Qualität, die beste Herstellungstechnik, beste Schleiftechnik und was auch immer geführt. Über den Glaubenskampf beim Achtfüßler schrieb ich bereits hier.

Da ich keiner Religion angehöre und äußert pragmatisch mit materiellen Dingen* umgehe, habe ich äußerst gespannt den Vulcanus Messerschärfer getestet.

Und so funktioniert er: Das zu schärfende Messer wird bis zu dreimal in einem Durchgang mit der Spitze nach unten durch die Schärfstäbe gezogen, anschließend den Vorgang mit der Klinge nach oben weisend wiederholen.

Das funktioniert tatsächlich, allerdings nicht so scharf, wie ich mir das wünschte. Die stumpfsten Exemplare wurden durch den Vulcanus keine Membranteiler mehr, aber für einen schnellen Schliff kurz vor der nächsten Zwiebeln ist das Ergebnis durchaus erfreulich.

Ansonsten gelten natürlich die üblichen Messer-Regeln:

  • Messer einzeln aufbewahren (in Messerblöcken oder ähnlichem)
  • nicht in die Spülmaschine geben
  • nach der Reinigung sofort abtrocknen
  • möglichst auf Glasbretter verzichten

* Allerdings darf nur ICH pragmatisch mit MEINEM Besitz umgehen: Wer auch immer meinem kleinen Auto bei diesen winterlichen Straßenbedingungen in die Seite fuhr und sich dann aus dem Staub machte, wird von mir – sollte ich die Person je erwischen – erst durch den Messerschärfer gezogen und dann mindestens drei Stunden in einem Rotweinsud mit Korken aufgekocht werden! Fahrerflucht? Eine Schweinerei!

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